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SeeMagazin 2019

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„Perspektivenwechsel” ist das Motto des SeeMagazins 2019. Dafür erkunden wir die Seen aus einem anderen Blickwinkel: Ob aus der Luft, auf dem Board oder an Land – mit unseren Bildstrecken, Geschichten, Ideen und Tipps möchten wir die Leser einladen, die Region neu zu entdecken.

»Mit Alpakas nimmt man

»Mit Alpakas nimmt man die Welt ganz anders wahr« Veronika Darchinger Auf dem Hof „Isartal Alpakas“ züchtet Veronika Darchinger seit 15 Jahren Alpakas. Neben Wanderungen bietet sie auch Schur- und Einsteigerkurse an Die 200.000-Follower-Marke haben die „Alpacas of Instagram“ kürzlich geknackt: Das ist ein Instagram-Account, der Bilder der flauschigen Paarhufer zeigt – und zwar ausschließlich. Alpakas erobern die sozialen Netze, ihr Anblick entzückt ebenso wie ihre Wolle (die so nicht heißt, aber dazu später). Eigentlich sind Alpakas in den Hochebenen Südamerikas beheimatet, aber sie kommen prima mit dem Klima hierzulande zurecht. Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen in Deutschland für die Haltung von Alpakas. Familie Darchinger in Berg-Mörlbach hat bereits 2004 damit begonnen, auf ihrem Hof „Isartal Alpakas“ leben mittlerweile 34 Tiere. Was haben Alpakas, was andere Tiere nicht haben? Was macht sie so besonders? 1. Ihre Anpassungsfähigkeit Tagsüber milde Temperaturen, Minusgrade bei Nacht: In den südamerikanischen, bis knapp 7000 Meter hohen Anden sind extreme Temperaturschwankungen an der Tagesordnung. Seit Jahrtausenden züchtet man Alpakas in Peru, Bolivien und Chile als Nutztiere. Unter den harten Bedingungen werden die Tiere, die zur Familie der Kamele gehören, meist 8 Jahre alt, ihre deutschen Kollegen hingegen bis zu 20 Jahre. Dank ihres robusten Immunsystems und ihrer widerstandsfähigen Faser können Alpakas bei uns problemlos ganzjährig im Freien gehalten werden. Wichtig ist, dass die Tiere einen trockenen Rückzugsort haben, eine offene Stallhaltung ist daher ratsam. Und: Alpakas sind gesellige Tiere, sie leben gerne in Herden. Ihre wild lebenden Verwandten heißen übrigens Vikunjas: Sie wiegen etwas weniger und erinnern optisch an besonders flauschige Rehe. 2. Ihre Faser Bei Alpakas spricht man von Faser, nicht von Wolle. Und die hat es in sich: „Sie ist sehr leicht, extrem wärmend und temperaturausgleichend“, erklärt Veronika Darchinger. Denn: Das Fell der peruanischen Alpakas muss extremen Temperaturschwankungen von bis zu 40 Grad innerhalb von nur 24 Stunden standhalten. Neben Seide und Kaschmir zählt die Alpakafaser zu den wertvollsten Geweben der Welt. Einmal jährlich (in der Regel Ende Mai, wenn es schon etwas wärmer ist) werden die Tiere bei den Darchingers geschoren und aus ihrer Faser anschließend Garne gefertigt. Es gibt mittlerweile in Deutschland Naturfasermühlen, die sich auf die Ver arbeitung von kleinen Mengen spezialisiert haben. Da die Fasern der älteren Tiere nicht mehr ganz so weich sind, dienen sie als Füllung für Bettdecken: Aufgrund ihrer temperaturregulierenden Eigenschaft kann man diese gut ganzjährig verwenden. Außerdem eignet sich Alpakafaser für Allergiker, da sie kaum Wollfett aufweist. 3. Ihr Gemüt Neugierig recken sie die Hälse nach oben und wollen ganz genau wissen, was vor sich geht: Alpakas sind äußerst aufmerksame Tiere, schließlich hängt in der Wildnis ihr Überleben davon ab. Zu ihren natürlichen Feinden gehört der Puma, den die vielen Augenpaare einer Herde schneller bemerken müssen, damit die Tiere rechtzeitig flüchten können. Ihr meist sanftes, ruhiges Wesen überträgt sich auf Menschen. Das stellt Veronika Darchinger immer wieder bei den Wanderungen fest, die man bei ihr buchen kann: „Die Leute gehen zufriedener nach Hause. Selbst wild- 34

Auch wenn die Versuchung groß (und das Fell schön weich) ist: Alpakas mögen es überhaupt nicht, wenn man in ihre Frisur fasst SeeLeben