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SeeMagazin 2016

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Im SeeMagazin berichten wir einmal jährlich von besonderen Menschen und Orten aus dem Fünf-Seen-Land. Ein Projekt, das uns schon fast 10 Jahre begleitet und immer wieder begeistert.

SPECIAL Es ist ihr

SPECIAL Es ist ihr geliebter Tagesrhythmus: Bevor Franziska Schmid-Burgk morgens in ihre Werkstatt geht, gibt es ein gemeinsames Frühstück mit ihrem Mann, dem bekannten Fotografen Niko Schmid- Burgk. Dann geht sie hinüber zur ehemaligen Garage, heute ihre Keramikmanufaktur, um den kleinen Holzofen anzuschüren. Der Arbeitstag beginnt langsam, denn das Feuer braucht eine Weile, um auf Temperatur zu kommen. Und das ist gut so. Töpfern hat etwas Meditatives und dabei Intimes für die Kreative, es gibt nur zwei Beteiligte: den Ton und sie. Die Keramikerin nimmt sich viel Zeit für ihre Vasen, Schalen und Skulpturen. Manchmal vergehen Wochen, ehe ein Stück wirklich fertig ist. Ob organisches Gefäß, geometrisches Objekt oder lebensnahe Büste, jedes Objekt wird von Hand aufgebaut. In jedem steckt ein Stück von ihr. Mit einer fließenden Bewegung streicht sich die Kunsthandwerkerin eine braune Haarsträhne hinters Ohr. Dann bindet sie sich die Arbeitsschürze um und lächelt in den Morgen. Scheint die Sonne, öffnet sie die Werkstatttüren so weit es geht. „So kann ich hinaussehen und mich inspirieren lassen“, erklärt sie, packt den Ton aus und trennt ihn mit einem Draht in gleichmäßige Stücke. In den Wintermonaten könne es hier schon sehr still werden, sagt sie, doch sie liebt die kalte Jahreszeit gleichwohl, „denn da kommen die besten Ideen.“ Sie rollt, knetet und klatscht den Ton auf die Arbeitsplatte. Und der graubraune Klumpen verwandelt sich allmählich vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan. kollektion in weiss Kleine und große Vasen, Schüssel, Schalen, Becher und Kerzenleuchter – die Vielfalt der Formen der weißen Keramikserie von Franziska Schmid-Burgk beweist, dass die Gefäße (s. S. 72) nicht nur schön, sondern in ihrer Robustheit auch alltagstauglich sind. Franziska Schmid-Burgk drückt den Ton, formt von oben mit zupackenden Händen. Sie arbeitet immer ohne Töpferscheibe, knetet den Ton in stundenlanger, manchmal tagelanger Arbeit. Immer wieder formt die Keramikkünstlerin ihn zu schmalen Streifen, verbindet sie kunstvoll miteinander. Später bearbeitet sie ihn an den Außenseiten mit Engobe, eines der Kennzeichen ihrer Werke. Engobe ist eine dünnflüssige Tonmineralmasse zum Einfärben oder Beschichten. Anders als Glasuren bildet es keine Schutzschicht, sondern bleibt offener, rauer. So entsteht ein reizvoller optischer und haptischer Kontrast zwischen der feinen inneren Glasur und der äußeren erdigen Engobe- Schicht. Die Künstlerin streicht liebevoll über die Rundungen ihrer Schalen, die Haut auf Händen und Armen zeigt die Spuren mittlerweile bis hinauf zu den Ellbogen. Überall kleben kleine Tonspritzer. Schicht um Schicht entstehen Vasen und Schalen. Wie stark oder fein eine Wand wird, alles ergibt sich bei Franziska Schmid-Burgk aus ihrer jahrelangen Erfahrung. Töpfern ist eine pragmatische Arbeit und zugleich spirituell. Ein Akt stiller Erhabenheit. Alle Ideen fließen durch die Hände in das Gefäß. Deshalb genießt die Künstlerin jeden Schritt des Entstehungsprozesses. Aufbau, Trocknen, Einlassen, Glasieren und Brennen. Die Glasuren werden den Keramikgefäßen bald eine schützende Haut verleihen. Vor ihrem geistigen Auge sieht sie die späteren Farben. Glasur und Form verschmelzen im Brennofen zu einer Einheit. Es sei ein spannender Moment, wenn sie ihre Ofentür nach dem Brennvorgang öffnet, verrät sie. Was zum Vorschein kommt, erscheint ihr jedes Mal wie ein Geschenk. Sie holt eine sanft schimmernde Vase und wiegt sie sacht in der Hand. Unvermutet robust fühlt die sich an, im Alltag gewiss ein verlässlicher Partner, der nicht mit Samthandschuhen angefasst werden muss. Die filigrane Glasur hingegen ist kühl, seidenweich und samtig. Wie jedes Kunstwerk aus der Manufaktur Schmid-Burgk besitzt die Vase ihren eigenen Charakter voller Leben und Sinnlichkeit. Porträts: Niko Schmid-Burgk; Fotos Objekte: Franziska Schmid-Burgk 62 SeeMagazin 2016 | www.seemagazin.de

Kontraste, die sich anfeuern Die Außenhaut aller Keramikgefäße – ob Vasen, Schalen oder Schüsseln – besteht aus einer Engobe-Schicht, die dem Ton einen rauen, erdigen Charakter lässt. Die Glasur innen ist jedoch glatt und glänzend und häufig auch farbig. Ganz allmählich verwandelt sich der tonklumpen vom hässlichen Entchen in einen schönen Schwan. SCHWIMMTEICHE BIOPOOLS OHNE CHEMISCHE WASSERAUFBEREITUNG Teichtechnik mit Klarwassergarantie! Bio-Filtertechnik mit über 20jähriger Qualitätsentwicklung. Teichbau vom Experten für Schwimm- und Koiteiche. Wir beraten Sie gern. Telefon 089/58 93 93 50 Rushaimerstraße 62 | 80689 München-Laim www.teichbau-dollinger.de | www.koi-dollinger.de www.seemagazin.de | SeeMagazin 2016 63