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SeeMagazin 2016

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Im SeeMagazin berichten wir einmal jährlich von besonderen Menschen und Orten aus dem Fünf-Seen-Land. Ein Projekt, das uns schon fast 10 Jahre begleitet und immer wieder begeistert.

SeeKunst / Buchheim

SeeKunst / Buchheim Museum Es war einmal ein Militärhubschrauber, der unter dem Motto „From War to Peace“ mit Graffitis bemalt wurde. Jetzt steht er als Leihgabe am Buchheim Museum. Blühende Phantasie Der Platz ist einmalig, die Architektur großartig und die Kunstsammlung ebenso. Trotzdem: Das Buchheim Museum kennt inzwischen jeder in- und auswendig. Wenn man sich da mal nicht täuscht! Denn seit einiger Zeit weht ein überraschend frischer Wind im Kunsthaus von Bernried. Text Barbara Kraus 32 SeeMagazin 2016 | www.seemagazin.de

Szenen der Sonderauktion mit Drucken aus dem Buchheim-Nachlass im letzten November. Katrin Stoll vom Kunstauktionshaus Neumeister leitete die fünfstündige Versteigerung. Fotos: ©Buchheim Museum der Phantasie; NEUMEISTER/Martin Kreuzer Meine Damen und Herren, wir kommen jetzt zu Losnummer 9: Max Beckmann ‚Selbstbildnis mit steifem Hut‘ von 1921. Ein signierter Probedruck der ersten Auflage seiner berühmten Kaltnadelradierung zum Schätzpreis von 40 000 bis 60 000 Euro. Aus England steht bei mir ein Angebot über 42 000 Euro. Bietet jemand mehr?“ Ein Raunen geht durch den Saal des Buchheim Museums, in dem lange Stuhlreihen vor einem erhöhten Pult aufgestellt wurden. Beinahe jeder Platz ist besetzt, gekommen sind gut 300 Kunstliebhaber. Viele von ihnen spielen mit bei jener Dramaturgie, die eine Versteigerung so aufregend macht: Pokerface, darunter ein klopfendes Herz und in der Hand ein kleines Schild mit der persönlichen Bieternummer. Die Dame am Pult zeigt sich als souveräne Regisseurin. Katrin Stoll blickt über den Rand ihrer honigfarbenen Hornbrille. Sie checkt die Bieter im Saal und ihre acht Mitarbeiterinnen aus dem Münchner Kunstauktionshaus Neumeister, die per Telefon oder Computer weitere Angebote einholen. Weltweit im Livemodus. Ein Anonymus aus New York überbietet gerade den Engländer via Internet. 46 000, es klettert auf 48 000, dann 50 000 Euro. Eine junge Frau aus der dritten Reihe hebt ihr Schild, wie zuvor schon einige Male, wahrscheinlich eine Galeristin. Bei 82 550 fällt der Hammer, das herrliche Beckmann­Blatt geht schließlich nach London. www.seemagazin.de | SeeMagazin 2016 33