Aufrufe
vor 4 Jahren

SeeMagazin 2014

  • Text
  • Seemagazin
  • Starnberger
  • Riekel
  • Starnberg
  • Patricia
  • Haus
  • Zeit
  • Kinder
  • Menschen
  • Yoga
Im SeeMagazin berichten wir einmal jährlich von besonderen Menschen und Orten aus dem Fünf-Seen-Land. Ein Projekt, das uns schon fast 10 Jahre begleitet und immer wieder begeistert.

SPECIAL See you Dafür

SPECIAL See you Dafür ist ein Kraut gewachsen Vom Frauenmantel bis zum Waldziest – wer kennt sich aus, wer weiß sie zu nutzen? Heilpraktikerin Astrid Süßmuth aus Gauting besitzt den richtigen Riecher und einen Expertenblick. Für uns hat sie eine kleine Lehrtafel erstellt mit Pflanzen aus der Region – plus Extratipps für Genuss & Gesundheit! TEXT & FOTOS: Astrid Süßmuth 48 SeeMagazin 2014 | www.seemagazin.de

Wiesensalbei (Salvia pratensis) Von Mai bis August leuchtet auf naturbelassenen Böden der intensiv blaue Wiesensalbei. Nicht nur sein Aussehen ist beeindruckend, auch sein Geschmack ist kräftig und würzig. Ist seine Heilkraft auch nicht ganz so stark wie die des Echten Salbei aus dem Mittelmeerraum, so war der heimische Wiesensalbei doch ein begehrtes Heilkraut. Mit antibakteriellen und adstringierenden Inhaltsstoffen hilft er als Tee oder Gurgellösung bei Halsschmerzen und Erkältungen ebenso wie bei Verdauungsschwäche. Wie der Echte Salbei kann er in der feinen Küche verwendet werden. Mein Tipp: Eine besondere Spezialität ist ein aus Wiesensalbeiblüten, Zucker und Pektin hergestelltes Wiesensalbeigelee. Ein Hochgenuss auf der Frühstückssemmel. Bärlauch (Allium ursinum) Wer zwischen Ende März und Anfang Mai auf einer Wanderung entlang der Würm nach Leutstetten kommt, riecht es schon von Weitem: Hier wächst Bärlauch en masse. Aber Vorsicht, Bärlauch kann leicht mit dem hochgiftigen Maiglöckchen verwechselt werden. Wer die Pflanze bislang nur aus dem Handel kennt, sollte deshalb unbedingt an einer geführten Kräuterwanderung teilnehmen, um die Unterscheidungsmerkmale deutlich erklärt zu bekommen. Bärlauch wirkt blutdrucksenkend und verbessert signifikant die Lymph- sowie die venöse Blutzirkulation. Die Frühlingspflanze bringt dem Körper einen Hauch Lebensfrühling zurück. Mein Tipp: Traditionell ist Bärlauch Bestandteil der Gründonnerstagssuppe, die aus neun frischen Kräutern zubereitet wird. Außerdem: Spitzwegerich, Brennnessel, Schaf garbe, Löwenzahn, Brunnenkresse, Gundermann, Sauerampfer, Giersch. Labkraut (Galium verum) „Liebfrauenbettstroh“ nannten unsere Vorfahren das sonnengelb blühende Labkraut aus der Familie der Rötegewächse. Tatsächlich wurde es einst zur Blütezeit zwischen Mai und September gesammelt und als Kräuterkissen den schwangeren Frauen, Wöchnerinnen und kleinen Kindern ins Bett gelegt. Trocknet die Pflanze, verströmt sie einen sommerlich honigartigen Geruch, der eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung hat. Ergänzend kann es auch als wohltuender Abendtee zubereitet werden. Das Echte Labkraut gedeiht auf Kalk-Magerrasen, an Wegrainen und Gebüschsäumen. Mein Tipp: Ein Kränzchen aus Labkraut über dem Bett sorgt für einen ruhigen Schlaf und schöne Träume. Klatschmohn (Papaver rhoeas) Besonders am Ackerrand entfaltet der Klatschmohn seine Blüten. Keine andere heimische Blume verkündet so leuchtend die sonnigsten Tage des Frühsommers wie dieses Ackerunkraut. In der Vase fallen die hübschen Blüten leider schon nach kürzester Zeit ab. Mein Tipp: Für Kinder ist es ein Riesenspaß, aus dem Klatschmohn echte Zauber - tinte herzustellen. Dazu werden so viele Blütenblätter gesammelt, wie in ein kleines Marmeladenglas passen, diese dann mit Essig übergossen und in die Sonne gestellt. Nach einigen Tagen kann die rote Tinte abgegossen werden. Waldmeister (Galium odoratum) „Schütte den perlenden Wein auf das Waldmeisterlein!“, dichtete der Benediktinermönch Wandalbertus im 9. Jahrhundert. Nicht erwähnt hat er allerdings, dass man das Waldmeisterkraut zuvor für einige Stunden antrocknen muss, da erst dann die für den intensiven Geschmack verantwortlichen Cumarine freigesetzt werden. Naturheilkundlich wird das getrocknete Waldmeisterkraut als Beruhigungsmittel, bei Kopfschmerzen und leichter Migräne sowie zur Förderung der Einschlafbereitschaft eingesetzt. Eine Auflage aus frischem, zerquetschtem Kraut auf der Stirn kann Kopfschmerz schnell lindern. Mein Tipp: Für eine Waldmeister-Bowle reichen 2 bis 3 Stängel der Pflanze auf einen Liter Weißwein. Gelangt zu viel Waldmeister in die Bowle, rächt sich das bald, denn Cumarine verstärken die Wirkung von Alkohol und sorgen für hämmernde Kopfschmerzen am Tag danach. Gänseblümchen (Bellis perennis) Gänseblümchenstrauß, Gänseblümchenkette, Gänseblümchenkränzchen – wir lieben die kleine Blume seit Kindertagen. Diese Lieblingspflanze ist auch eine große Heilpflanze. Bei Neurodermitis wirken Hautwaschungen mit Gänseblümchentee schmerz- und juckreizlindernd, ebenso bei Babys mit prolongierter Neugeborenenakne. Die begleitende Behandlung mit einer Teezubereitung hat sich dabei bewährt. Mein Tipp: Gänseblümchengel hilft auch bei Pubertäts-Akne. Immerhin besitzt das unscheinbare Blümchen entzündungshemmende, stoffwechselanregende, antivirale und hautreinigende Heilkräfte. www.seemagazin.de | SeeMagazin 2014 49