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SeeMagazin 2014

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Im SeeMagazin berichten wir einmal jährlich von besonderen Menschen und Orten aus dem Fünf-Seen-Land. Ein Projekt, das uns schon fast 10 Jahre begleitet und immer wieder begeistert.

SeeGespräch / Patricia

SeeGespräch / Patricia Riekel GUTE AUSSICHTEN Das ist kein Hundeleben, besser gesagt, kein schlechtes, das Labrador Bruno mit Patricia Riekel führt. In der Woche teilt er sich das Haus in München mit zwei Burma-Katzen, am Wochenende liegt er gern auf dem Steg und lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen. „Wer die meisten netten Menschen an seinem Tisch versammeln kann, der ist reich.“ der Tür liegen. Das Trocknen hat monatelang gedauert.“ Sie lacht begeistert bei der Erinnerung. 15 Jahre Umbauen und Dekorieren haben zu keinen Ermüdungserscheinungen geführt. Gerade erst hat Patricia Riekel wieder eine Wand durchbrechen lassen, nachdem zuvor eine Aufstockung erstellt und ein Gartenpavillon aufgestellt worden war. „Natürlich habe ich im Laufe der Zeit meinen Stil geändert. Es fing an mit Shabby Chic, von einer Firma in Amerika habe ich mir die verwaschenen Blumenstoffe und alte französische Lüster geholt – das hat mir seinerzeit sehr gefallen.“ Ihr Freund Karl Lagerfeld hat ihr vor vielen Jahren einmal gesagt, wie wichtig es sei, bei Häusern das Äußere nach innen zu holen. „Sein damaliges Palais in Paris war unfassbar schön. Er hatte das Grau und die Sandfarben der Stadt in die Wohnräume gebracht.“ Patricia Riekel holt die Farben des Sees in ihre Räume: Grau- und Blautöne, kombiniert mit Weiß und Schwarz, herrschen vor. Sie hat sich mit ihrem Outfit angepasst: graues Hemd, schwarze Lederhose, schwarze Stiefeletten mit Nieten, Silberschmuck. „Der See“, sinniert Patricia Riekel, während wir auf der Terrasse stehen und beobachten, wie Bruno die verschwenderisch auf ge stellten Gartenmöbel umrundet, „der See ist ja auch ein Spektakel für sich. Blauer Himmel, plötzlich ein Silber streifen am Horizont, alle sagen, das dauert noch lange bis zum Unwetter, aber ich weiß, dass es nur noch maximal zehn Minuten sind. Und dann wird der See grün und wild und giftig, unglaublich dramatisch und schön.“ Bruno schnuppert in der Ecke uninteressiert am Stand Up Paddle Board, einer Neuerwerbung seiner Herrin – eigentlich das Geschenk eines großzügigen Nachbarn – und trottet wieder ins Haus. nächster Stopp: ein wandhohes schwarzes Gemälde von Erich Reiling. „Dieses Bild ist an allem schuld.“ Schuld daran, dass der Shabby Chic verschwinden musste, er passte einfach nicht mehr zu dem monochromatischen Kunstwerk. Schuld daran, dass Lichtinstallationen und Leuchtobjekte aus Murano einzogen. Und viele weitere Bilder. Schuld daran, dass alles kühler und klarer wurde. „Wobei es natürlich, wenn man ehrlich ist, noch immer ein sehr weibliches Haus ist.“ Herr Markwort, wie sie ihren Lebensgefährten nennt (er sagt Frau Riekel zu ihr), ist selten im Ambacher Haus, er bleibt lieber in der Stadt. Er halte die Natur für unberechenbar, erklärt Frau Riekel, er sage, er wisse, wie ein See aussieht. Das sei okay, erklärt Frau Riekel ohne erkennbare Resignation, sie bleibe aus diesem Grund selten ein ganzes Wochenende, sondern fahre zwischendurch immer mal wieder ins Münchner Haus zurück: „Unsere Beziehung soll nicht leiden durch Ambach.“ In den Küchenschränken steht Geschirr für 100 Menschen. Zu ihrem „Ambacher Frühstück“ an ihren Sonntagen am See kommen die Gäste ohne Voranmeldung. Jeder bringt dann etwas mit, Kuchen, Semmeln, Käse, Pasteten, die Hausfrau fabriziert dann ihre berühmten Uova Strapazzate: Eier aus der Pfanne mit Speck und Zwiebeln und einer geheimnisvollen 22 SeeMagazin 2014 | www.seemagazin.de

Gewürzmischung, dazu Schnitzelchen und Salat. „Wissen Sie, was der schlimmste Satz ist, den ich niemals sagen möchte? Es hat gerade ausgereicht. Schrecklich! Nein, bei einem gelungenen Frühstück muss mindestens ein Viertel übrig bleiben, die Leute sollen etwas mitnehmen.“ Die Leute, das sind Nachbarn, Schauspieler, Journalisten, Regisseure, Produzenten, Schriftsteller, Künstler, Galeristen, Pro fessoren, Unternehmer, Einheimische und Zugezogene. „Das Besondere am Ostufer ist, dass man nicht angeben kann. Hier wohnen viele reiche Leute, aber das beachtet niemand. Wen kann man da beeindrucken mit Autos oder Ledersofas? Wer die meisten netten Menschen an einem Tisch versammeln kann, der ist reich.“ Patricia Riekel sagt, der See sei ein Teil von ihr. Und es habe in ihrem Leben immer wieder schwierige Situationen gegeben, in denen sie sich in diesen Teil zurückziehen musste, um zu Kraft zu kommen. Wie damals nach dem 11. September 2001, als Terroristen zwei entführte Flugzeuge in das World Trade Center steuerten, während sie selbst in einer Maschine auf dem Weg nach New York saß. Sie strandete mit Tausenden anderer Passagiere im kanadischen Halifax, fünf Tage lang. „Niemand wusste, wo in der Welt es überhaupt noch sicher war. Damals habe ich mich auf meinen Steg gebeamt, in die Sonne, unter den Sternenhimmel. Ich habe immer gedacht, ich will nur noch heim, bitte, lasst mich zurück an den See. Nur so habe ich das durchgestanden.“ Die Sonne geht langsam unter. Der beste Platz für diese Tageszeit ist angeblich das Schlafzimmer im ersten Stock. Schnell die Treppe mit dem schwedischen Geländer, nach einem Bild von Carl Larsson geschreinert, hinauf. Vorbei am afrikanischen, vorbei am indischen Gästezimmer, hastig die Balkonfenster geöffnet, Bruno schnauft unwillig ob der plötzlichen Hektik. „Wenn man hier abends sitzt, dann gibt es einen Moment, in dem die Sonne fast waagerecht hereinscheint. Dann hebt ihr Licht das Haus hoch, und für eine Viertelstunde ist es so, als ob man darin schwebe. Man kann nichts anderes tun als schauen. Das hier“, Patricia Riekel strahlt, „das hier ist ein magischer Ort.“ SCHÖNE PERSPEKTIVE Aus einem ehemaligen Tanzstadl stammt der alte Dielenboden, der im ganzen Haus verlegt wurde. Hier darauf ein Blick von oben. Solutions in green. Pflanze Garten Raum Neu-Anlagen Naturstein-Arbeiten Rasen-Experten Baum-Regeneration japanischer Form- & Gehölzschnitt ...seit über 30 Jahren! Garten- & Landschaftsbau Yves Kessler Tel. 08151 650580 Mail info@yves-kessler.de www.yves-kessler.de www.bio-duenger.de