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LfA Magazin Herbst/Winter 2016

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In der Herbst / Winter Ausgabe 2016 zeigen wir, wie die LfA Kultur und Wirtschaft fördert. Dazu sprachen wir unter anderem mit dem Intendanten der Bayerischen Philharmonie. Wir besuchten die Münchner Firma Lieblingsfilm und ließen uns die Erfolgsgeschichte des Gamestudios Klonk erzählen, das vom kleinen Uni-Projekt zur erfolgreichen Computerspiel-Firma avancierte.

MENSCHEN Er lebt Musik:

MENSCHEN Er lebt Musik: Mast ist Dirigent, Intendant und künstlerischer Leiter mehrerer Festivals und Institutionen als 20.000 Zuhörern. Wie unterscheiden sich Ihre Klangkörper überhaupt? Und wir haben gerade sogar noch einen Männerchor gegründet. Wichtig ist das pyramidal aufgebaute Modell. Aber Spaß beiseite: Wir fördern vom Kind über den Jugendlichen und Musikstudenten bis zum Profi. Und dann gibt es eine vokale und eine instrumentale Säule, also die Chöre und Orchester. Sie können hier im Alter von fünf Jahren im Chor loslegen und mit 75 immer noch mitmachen. Die Lücke von der Geburt bis zum fünften Lebensjahr schließen wir durch ein musikpädagogisches Angebot und die KlangEngel-Patenschaft. Ach, Engel sind Sie auch noch? Unsere KlangEngel-Patenkinder bekommen sieben Jahre lang alljährlich ein altersgerechtes Klangerlebnis geschenkt, und die Nachfrage ist enorm. So was könnte bei ausreichender Finanzierung auch andernorts in Bayern entstehen. Sie arbeiten ja seit einer Weile auch mit Flüchtlingen. Was bieten Sie denen an? Entstanden ist das durch unsere Reise nach Palästina im Jahr 2015. Wir laden Kinder und Jugendliche ein, mit uns zu musizieren. Da spielen dann zum Beispiel Hackbrett und arabische Oud einen Kanon. Es geht um die Idee, Teil einer Gemeinschaft zu werden. „AUCH IN UNTERNEHMEN Auf der Internationalen GEHT ES UM Musikmesse in Frankfurt FRAGEN WIE: wurde eine Umfrage präsentiert. Demnach hört ein WIE ENTSTEHEN Drittel der Erwachsenen in HARMONIE, Deutschland klassische Musik. Deutlich mehr als RHYTHMUS UND angenommen. Überrascht? MELODIE?“ Ich freue mich, dass sich bestätigt, was ich eigentlich immer so empfunden habe. Wobei ich ja auch ein großer Verfechter von Crossover bin. Wir haben schon das klassische Symphonieorchester mit dem Europameister im Human Beatbox zusammengebracht. Oder mit einem mongolischen Pferdekopf-Geiger, der zudem Oberund Untertongesang beherrscht. Wir standen aber auch mit Konstantin Wecker, Udo Lindenberg, Peter Maffay und Helene Fischer auf der Bühne. Oder mit der niederbayerischen Band Haindling. Unser Anspruch ist, dabei immer leidenschaftlich, exzellent und innovativ zu sein, nicht beliebig. Beatboxen kann man bei Ihnen ja sogar in Workshops lernen. Genauso wie Jodeln, Circle-Singing oder Komposition. All das gehört zu unserem Selbstverständnis, jung zu sein. Und das sind wir, auch wenn unser Name im ersten Moment vielleicht etwas traditionell klingt. Unsere Angebote haben natürlich viel mit unserem Haus zu tun, das wir 2009 kaufen konnten. Seitdem bieten wir vieles vor Ort an. Sie halten ja auch Vorträge und erläutern unter anderem, was das Tun eines Dirigenten mit dem eines Managers verbindet ... Auch in Unternehmen geht es um Fragen wie: Wie orchestriert sind die Abläufe? Wie entstehen Harmonie, Rhythmus und Melodie? Welches Musikstück würden Sie auf eine Insel mitnehmen, wenn es nur ein einziges sein darf? Die Achte Symphonie von Anton Bruckner. Das ist der Gipfel symphonischen Erlebens. Es gibt keine menschliche Regung, die dort nicht zur Ewigkeit geführt wird. FAKTEN Finanzierung Kulturförderung (LfA) Gründungsjahr 1994 Standort München Geschäftsfeld Musik Mitarbeiter 8 www.bayerische-philharmonie.de Auch online unter: www.lfa.de/magazin 06 LFA MAGAZIN

MENSCHEN Die Ruschs, erste Reihe fußfrei in ihrem Kino in Germering (v.l.n.r. ): Michael, Werner, Helga und Alexander FAMILIENSACHE 1989 ÜBERNAHMEN WERNER UND HELGA RUSCH IN AICHACH DAS KINO EINES BEKANNTEN. MITTLERWEILE BETREIBEN SIE ACHT KINOS, IN DENEN SIE LETZTES JAHR KNAPP 1,5 MILLIONEN BESUCHER VERZEICHNEN KONNTEN TEXT MARLENE IRAUSEK Foto: yearroundmunich photography A ngenehm nach Holz riecht es im Empfangsbereich der Firmenzentrale in Aichach bei Augsburg. Auch wenn die moderne Fassade es nicht vermuten lässt, besteht das Haus aus ökologisch gedämmten Holzwänden. Als 2010 die beiden Söhne Alexander und Michael in das Unternehmen einstiegen, entschied sich die Familie, ein gemeinsames Bürogebäude direkt neben dem Cineplex Aichach zu errichten. Regelmäßig finden hier Treffen mit Mitarbeitern der verschiedenen Standorte statt, um neue Ideen zu besprechen. „In kleineren Städten ist es wichtig, die Bewohner für Kinobesuche zu motivieren“, erklärt Werner Rusch. So wird in Aichach an jedem letzten Feriensonntag ein Kinderfest organisiert, an dem Kinder filme ohne Werbung und mit gedämpfter Lautstärke gezeigt werden. Dieses Jahr wurde außerdem wieder ein Freiluftkino veranstaltet, und von 16. bis 23. Oktober findet zum zweiten Mal ein Filmfestival statt. Das überregionale Marketing der Kinos in Aichach, Meitingen, „OB ES EIN GUTES KINOJAHR WIRD, HÄNGT VON DEN FILMEN AB. UND VOM WETTER” Königsbrunn, Penzing, Memmingen, Germering, Leipzig und Amberg läuft über die Cineplex -Gruppe, zu der das Unternehmen seit 2004 gehört. Geplant war das kontinuierliche Wachstum des Kinounternehmens nicht. Vielmehr hat ein Schritt zum nächsten geführt. Der Einstieg in die Kinobranche lief über einen Bekannten, von dem Rusch vor 27 Jahren das alte Kino in Aichach pachtete. 1992 baute er dann sein erstes eigenes Kino in Meitingen, weitere folgten. Die Förderung der LfA war ein wichtiger Punkt beim Aufbau des Unternehmens. So unterstützte die LfA im Rahmen der Filmtheaterförderung den ersten und zweiten Kinobau. Auch das Gebäude in Germering und der für diesen Herbst geplante Neubau in Meitingen wurden von der LfA mit einem zinsgünstigen Darlehen gefördert. FAKTEN Finanzierung Filmtheaterförderung (LfA) Gründungsjahr 1989 Standort Firmenzentrale Aichach Geschäftsfeld Kinounternehmen Mitarbeiter ca. 400 (inkl. Minijobber) www.kino-gruppe-rusch.de Auch online unter: www.lfa.de/magazin LFA MAGAZIN 07