Aufrufe
vor 7 Monaten

LfA Magazin Frühjahr/Sommer 2021

  • Text
  • Lfa
  • Foerderbank
  • Wirtschaft
  • Innovation
  • Zukunft
  • Innovationen
  • Magazin
  • Unternehmen
  • Bayern
In der Frühjahr/Sommer-Ausgabe des LfA Magazins 2021 stand das Thema "Innovationen" im Fokus. Wir besuchten u.a. die Quantron AG in Augsburg, das Familienunternehmen Faust in Huglfing und sprechen mit dem Investor Frank Thelen über Innovationen und den Mut etwas zu verändern.

UNTERNEHMEN Zurzeit sind

UNTERNEHMEN Zurzeit sind 45 Mitarbeiter in dem Anfang des Jahres bezogenen Quantron-Headquarter in Gersthofen tätig, in ein paar Jahren werden es 250 sein. Zu tun ist genug: In den nächsten fünf Jahren müssen allein in Europa um die 25.000 Busse elektrifiziert werden Israel über Lagos in Nigeria bis Rio de Janeiro in Brasilien. Dazu durch eine Allianz mit Alltrucks ein Netz von 700 Werkstätten sowie ein „Repowering“- Werk des Partners Koluman Otomotiv in der Türkei. Ja, die Zukunft hat längst begonnen. In den kommenden fünf Jahren müssen allein in Europa etwa 25.000 Busse elektrifiziert werden. Vielleicht ist all das nur möglich, weil Haller aus Erfahrung klug ist, aus der Erfahrung von fünf Generationen. Sein Familienbetrieb begann 1882 als Lohnkutscherei in Augsburg. Später, im Jahr 1954, erwarb Haller das Vertriebsrecht von Magirus und wurde somit einer der ersten Magirus- Händler in der Region Schwaben. Seit 1997 ist Haller außerdem Iveco-Premium-Werkstatt. Näher kann man also nicht dran sein an der Möglichkeit, Güter und Personen zu transportieren – und an der Tatsache, dass sich die Mittel des Transports verändern. 2011 verkaufte Andreas Haller den ersten E-Bus Deutschlands an die Stadtwerke Osnabrück. Ein paar Jahre später trommelte der heute 42-Jährige in seiner Firma einen Arbeitskreis namens „Haller Smart Mobility“ zusammen. Gemeinsam mit drei Kollegen aus Vertrieb, Service und Buchhaltung diskutierte er mehr als drei Jahre lang Quantron-Gründer Andreas Haller im Gespräch mit LfA-Magazin-Autor Stefan Ruzas über die Zukunft der Mobilität und darüber, was der Wandel für Branche und Unternehmen bedeuten könnte. „Uns wurde klar, dass der Service von Nutzfahrzeugen Hosting wird“, so der gelernte Kfz-Mechaniker. Aber was bedeutet das für die Zukunft von Firma und Mitarbeitern? „Es kann nicht darum gehen, alle bestehenden Verbrenner durch neue Elektrofahrzeuge zu ersetzen“, so Haller weiter. „Das funktioniert allein schon in puncto Umweltbilanz nicht. Ein gebrauchtes Fahrzeug umzurüsten, spart 60 Prozent CO 2 im Vergleich zur Produktion eines neuen.“ Das vorhandene Fahrzeugchassis wird beibehalten. Die Teile des Verbrennerantriebs, die durch das Umrüsten keine Verwendung mehr finden, werden nachhaltig verwertet. So gehen etwa Motor, Getriebe und Abgasanlage als zukünftige Ersatzteile an den Hersteller zurück. Foto: Kilian Blees 12 LFA MAGAZIN

KOLUMNE Bayern ist führender Innovationsstandort Hubert Aiwanger Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Stellvertretender Ministerpräsident Ein Innovationsstandort zeichnet sich durch räumliche Konzentration einer Vielzahl von Akteuren und Faktoren aus. Sie sind in einem komplexen System miteinander verwoben. Welche Merkmale gegeben sein müssen, kann man bei uns in Bayern sehr gut sehen: eine leistungsfähige, wettbewerbsorientierte Wirtschaft, ein Bildungssystem, das hochqualifizierte Fachkräfte für Wissenschaft und Unternehmen hervorbringt. Aber auch eine Gesellschaft, die offen ist für Neues und auch die Chancen neuer Ideen und neuer Technologien sieht. Sowie eine Politik, die die notwendigen Rahmenbedingungen schafft. Wir sind stolz darauf, einen raschen Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft und die Umsetzung in neue und innovative Produkte und Dienstleistungen zu ermöglichen. Das ist letztendlich der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand im Freistaat. Dabei unterstützt auch die LfA mit passgenauen Angeboten und Maßnahmen. Trotz der Anschaffungskosten lohne sich die Umrüstung, erklärt Haller: „Die bisherigen Betriebskosten wie Öl- oder Filterwechsel, Ersatz von Verschleißteilen wie der Kupplung oder typische Arbeiten bei Wartung und Einstellung fallen nach der Elektrifizierung einfach weg. Auf lange Sicht gesehen, wirkt sich so auch die Entwicklung der Kosten positiv auf die E-Mobilität aus.“ Überhaupt scheint doch manches Alte erhaltenswert: In der privaten Garage von Haller steht eine alte Vespa, hellblau, 125 Kubik, Baujahr 83. Ab und zu dreht er mit seiner Frau in Augsburg eine kleine Runde. Und noch fährt die Vespa mit Benzin. FAKTEN Finanzierung: Innovationskredit 4.0 Gründungsjahr: 2019 Standort: Gersthofen Mitarbeiter: 45 www.quantron.net Online unter www.lfa.de/magazin Infrastruktur und Ausstattung an unseren Universitäten und Hochschulen sowie an den außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind „State of the Art“. Daher ziehen sie auch weltweit Spitzenforscher an. Gleiches gilt natürlich für die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmen. Spitzenpersonal ist heute mobil und sehr häufig entscheiden sich die Topforscher für uns, weil wir auch mit höchster Lebensqualität punkten können. Glücklicherweise ist auch der Unter nehmergeist in Bayern stark ausgeprägt, um gesellschaftliche oder technologische Trends und sich daraus ergebende Marktchancen zu erkennen. Wir als Wirtschaftsministerium sorgen für innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, minimieren bürokratischen Aufwand und unterstützen dort, wo Unternehmen, insbesondere Unternehmensgründer, Start-ups und KMU, auf Innovationshürden stoßen: beispielsweise bei der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft in den 17 landesweiten Plattformen in Hightech-Industrien und traditionellen Branchen der bayerischen Wirtschaft im Rahmen der Cluster-Offensive Bayern. Oder bei der Finanzierung von Innovationsvorhaben, etwa durch die Bereitstellung von Wagniskapital für Start-ups durch Bayern Kapital oder Zuschüsse auf Basis der Technologieförderprogramme. Nach dem „Regional Innovation Scoreboard“ der EU-Kommission zählt Bayern beständig zu den „Innovation Leaders“ in Europa. Mit in der Spitzengruppe stehen die Schweiz, Regionen aus Skandinavien und Großbritannien sowie, quasi gleich vor der Haustür, Baden-Württemberg. Global gesehen, muss man sicher die USA, Israel und zukünftig verstärkt China im Blick haben. Mit all diesen Innovationsstandorten muss man sich ständig messen, kann von ihnen lernen, sich mit ihnen austauschen – um im Wettbewerb um die besten Köpfe und Ideen an der Spitze zu bleiben. LFA MAGAZIN 13