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KPM Magazin 2019

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Für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin konzipierte Storyboard 2017 ein eigenes Magazin: WEISS. Nach der ersten Ausgabe ganz in Weiß und der zweiten in Schwarz folgt jetzt die Dritte im Bauhaus-Look – passend zum diesjährigen Jubiläum.

Das Rezept für eine

Das Rezept für eine gelungene Einladung? Ein Mix aus schönstem Porzellan, bei dem jedes Stück seine eigene Geschichte zu erzählen hat KPM Magazin 58 N°. 03

KONTRASTVOLLE HARMONIE ist kein Widerspruch, im Gegenteil. Das Genusskonzept der Stunde lautet: Man nehme verschiedene Kollektionen der KPM, verbinde sie zu einem großen Ganzen und füge überraschende Details und leckeres Essen hinzu. Die Berliner Autorin Okka Rohd über die Kunst des Einladens – und als Gastgeberin entspannt zu bleiben I CH ERINNERE MICH noch gut an den Abend, obwohl er schon Jahre zurückliegt. Ich hatte ein paar Freunde eingeladen. Da das letzte Mal schon etwas her war, stand mir der Sinn nach großem Kino. Tagelang hatte ich Kochbücher gelesen, Menüs geplant und wieder verworfen, bis ich mich schließlich für eines entschied. Ich hatte eingekauft, geschnippelt, geknetet und püriert. Eine Stunde bevor die Gäste kamen, war ich fertig mit den Nerven – und hatte noch nicht einmal den Tisch gedeckt. Ich erzähle das gar nicht, weil der Abend danach so grauenvoll gewesen wäre (er wurde dann noch ganz okay), sondern weil der ganze Stress mir für immer klargemacht hat: Eine Dinner-Party ist dann gut, wenn alle einen schönen Abend haben. Wenn die Gespräche und Getränke fließen, wenn man gemeinsam Zeit verbringt – und sie mit ein bisschen Glück sogar ganz vergisst. Die CADRE Vase gibt es in vier Größen. Typisch für die Serie ARKADIA ist das Reliefmedaillon TIPP EINZELNE BLÜTEN IN MEHREREN KLEINEN VASEN ERGÄNZEN GROSSE ARRANGEMENTS Seither gehe ich das Ganze ein wenig anders an. Aufwand betreibe ich ausschließlich beim Tischdecken, denn nichts anderes sagt so schön: „Herzlich willkommen, ich habe mich schon den ganzen Tag auf euch gefreut.“ Also decke ich den Tisch mit französischem Leinen und dem guten Porzellan, kombiniere dazu Schüsseln, Gläser und Schalen, die ich auf Reisen und in meinen Lieblingsläden zusammengesammelt habe, bestelle bei der Blumenhändlerin meines Vertrauens, passend zur Jahreszeit, einen Strauß, dessen Duft sich nicht vordrängelt, und verteile viele Kerzen auf dem Tisch (nichts zerstört eine Stimmung so schnell wie Licht, das an eine Umkleidekabine erinnert). Vielleicht schreibe ich noch kleine Platzkarten und verziere sie mit einer Blüte. Dann gieße ich mir einen Cidre ein und freue mich auf meine Gäste. Das Essen muss nämlich nur noch aufgewärmt oder aus dem Ofen geholt werden. Noch etwas, das mir das Dinner damals beigebracht hat: Gäste essen gerne das, was man selbst gerne isst. Also gibt es bewährte Lieblingsgerichte, die ich am Tag davor oder am Morgen koche. Kartoffelsuppe, dazu Baguette und Kräuterbutter, von der ich einen Riesenvorrat in der Tiefkühl truhe habe und die ich nur noch auftauen muss. Hinterher Coq au Vin oder Chili sin carne. Und als Dessert: Panna cotta oder selbst gekauftes Eis. Denn die wahre Kunst des Einladens besteht darin, einen Raum zu schaffen, in dem man loslassen kann. Einen Abend miteinander zu verbringen, an dem endlich mal niemand Stress hat (nicht einmal die Gastgeberin). Zu reden und zu lachen, sich Nachschlag und noch eine Kugel Eis zu nehmen. Ob das die Zutaten für ein perfektes Dinner sind? Vermutlich nicht. Aber für einen wirklich schönen Abend. N°. 03 59 KPM Magazin