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KPM Magazin 2019

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Für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin konzipierte Storyboard 2017 ein eigenes Magazin: WEISS. Nach der ersten Ausgabe ganz in Weiß und der zweiten in Schwarz folgt jetzt die Dritte im Bauhaus-Look – passend zum diesjährigen Jubiläum.

Bilder:

Bilder: KPM Berlin, Frank Hülsbömer KPM Porzellanmalerin Astrid Schulz entwarf das neue grafische Dekor der Vase HALLE in Anlehnung an den niederländischen Künstler Piet Mondrian. Die handbemalte Edition ist auf je 100 Stück in drei Größen limitiert KPM Magazin 26 N°. 03

Einer weiteren künstlerischen Herausforderung hat sich Astrid Schulz mit dem Mokkaservice HALLESCHE FORM von Marguerite Friedlaender-Wildenhain gestellt, für das sie ebenfalls neue Dekore kreierte. Das elegante Dejeuner besteht aus zwei Mokkatassen samt Untertassen, zwei Desserttellern, einem Sahnekännchen, einer Zuckerschale sowie einer zylindrischen Kanne mit gerader Tülle; ein quadratisches Tablett aus Porzellan gehört ebenfalls dazu. Inspirationsquelle für das neu entwickelte Dekor sind die Design-Objekte von Ernst Böhm, der in den 1920er-Jahren Professor an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin war. Der Gestalter entwarf zwischen 1925 und 1930 mehr als 80 Dekore und Formen für die KPM. Darunter findet sich auch ein Entwurf für eine chinesische Bodenvase, die als Lampenfuß diente. Das geometrisch strenge Dekor, das Böhm 1926 entwickelte, geht ebenfalls auf die abstrakten Werke Piet Mondrians zurück. Die Linien, die Ernst Böhm mit einer reichen Vergoldung kombinierte, sind in Grau, Schwarz und Rot gehalten. KPM Porzellanmalerin Astrid Schulz hat den Böhm’schen Entwurf weitergedacht und modernisiert. Mit Pinsel und Feder hat sie direkt auf dem Porzellan experimentiert: „So konnte ich ganz frei arbeiten und auch mal etwas weglassen“, sagt Astrid Schulz über ihre Herangehensweise. Zwar habe sie die Farben in Anlehnung an das Dekor von Ernst Böhm beibehalten, die Linien aber an bestimmten Stellen bewusst unterbrochen und den Goldrand beispielsweise beim Dessertteller nicht durchgezogen. Entstanden ist ein neues – aber immer noch zeittypisches – Dekor, das reduzierter, klarer und leichter wirkt als das historische Vorbild. Jedes einzelne Stück des Mokkaservices hat Astrid Schulz individuell gestaltet und mit ihrem Malereikürzel signiert: einem kleinen stilisierten Vogel in Form einer geschwungenen Wellenlinie. Die handbemalte Edition des Dejeuners HALLESCHE FORM ist in einer exklusiv limitierten Stückzahl von 10 Exemplaren erhältlich N°. 03 27 KPM Magazin