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Jaguar Magazine DYNAMIC – German

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In der Jaguar Magazine Ausgabe 02-2015 stellen wir nicht nur den neuen Jaguar XF vor, sondern auch die verantwortlichen Technik-Experten dahinter. Außerdem ist es uns gelungen, ein Treffen mit zwei der gefragtesten britischen Schauspieler zu organisieren: Idris Elba begleiteten wir auf seiner Spritztour nach Berlin im neuen XE und Benedict Cumberbatch interviewten wir über den Dächern Londons ...

„DIE SCHAUSPIELEREI

„DIE SCHAUSPIELEREI HAT DIE ÜBERSCHÜSSIGE ENERGIE KANALISIERT, DIE ICH ALS KIND HATTE. MIR WURDE NICHTS ALS LIEBE UND GROSSES GLÜCK GESCHENKT, ABER IN DER SCHULE WAR ICH EIN RICHTIGER STÖRENFRIED“

WO R LD EXCLUSIVE glamouröse Rollen in englischen Kultkomödien wie Alles unter Kontrolle keiner blickt durch (1968) spielte. In den späten Achtzigern und frühen Neunzigern war sie Rodney Trotters Schwiegermutter in der legendären Fernsehserie Only Fools and Horses. Als Kind seine Mutter auf der Bühne zu sehen, beeindruckte den jungen Benedict und stellte die Weichen für seine Karriere. „Ich war immer in der Garderobe, sah ihr zu, wie sie sich fertigmachte. Dann änderte sich plötzlich die Atmosphäre, eine Tür ging auf, dann diese Flut von Licht, Hitze und dem Applaus der Zuschauer. Ich weiß noch, wie ich mir bei Schulausflügen in die Stadt dachte, was bin ich stolz, dass das die Welt meiner Eltern ist, ich will auch einmal Teil davon sein.“ Seine Eltern allerdings waren darauf nicht so erpicht. „Ihnen wäre alles andere lieber gewesen“, lacht er. Kurze Zeit überlegte er, Jurist zu werden, aber nachdem er ein paar von ihrem Beruf gelangweilte Anwälte kennengelernt hatte, kam er von der Idee ab und nahm die Schauspielerei ernster. „Warum soll man seinen ursprünglichen Traum aufgeben?“, sagt er. „Gegen Ende meiner Teenagerjahre war mir klar, wo ich hinwollte. Dann habe ich nochmal einen Zahn zugelegt.“ Er war ein „freches“ Kind, wie er selbst eingesteht, und die Schauspielerei war ein gutes Ventil. „Sie half mir hervorragend, meine überschüssige Energie zu kanalisieren. Mir wurde nichts als Liebe und großes Glück geschenkt, aber in der Schule war ich ein richtiger Störenfried.“ Auf die Frage, was ihn beeinflusst hat, rattert Cumberbatch sofort eine lange Liste von Auftritten herunter, die sich ihm unauslöschlich eingeprägt haben, zum Beispiel Colin Firth in dem BBC-Fernsehfilm Der Dank des Vaterlandes über den Falkland-Krieg (1988) oder Judy Dench „in praktisch allem, worin ich sie gesehen habe, außerdem natürlich Brando, De Niro, Hepburn, Newman ... und Grant, wegen seines Stils.“ Obwohl er vor seiner Filmkarriere eine gründliche Theaterausbildung gemacht hat, gibt er keinem Genre den Vorzug. „Diese Frage beantwortet mein Lebenslauf“, entgegnet er, bevor er ausführlicher antwortet. „Je nachdem muss man ganz unterschiedliche Muskeln spielen lassen, jedes ist auf seine Art bereichernd und schwierig, deshalb werde ich immer versuchen, beides zu vermischen. Ich glaube, das inspiriert sich gegenseitig. Im Moment drehe ich Richard III. Das ist natürlich ein klassisches englisches Shakespeare-Stück, hat aber beim Film etwas ganz Unmittelbares, weil man direkt in die Kamera spricht. Gleichzeitig ist es viel kälter, du wendest dich an das dunkle Objektiv und nicht direkt ans Publikum, weil du es nicht siehst. Aber das Gute daran ist, dass ich mit der Kamera so sprechen kann [er redet leise, dann brüllt er], ‚STATT DIE STIMME ERHEBEN ZU MÜSSEN’.“ Jenseits der Schauspielerei erinnert sich Cumberbatch, in einem eher „gewöhnlichen“ als „passionierten“ Haushalt aufgewachsen zu sein, was Autokultur betrifft. Trotzdem IN DEN HIMMEL The Shard ist nicht das neueste Gebäude in London (es wurde 2012 eröffnet), aber mit 310 m Höhe ist es immer noch das höchste in der Stadt und in Westeuropa denkt er gerne daran zurück, wie er zu Schulzeiten ferngesteuerte Tamiya-Modellautos zusammenbaute. „Ich hatte einen Offroad-Wagen mit einem langen Radstand, der leicht irgendwo hängengeblieben ist. Wenn man es richtig angestellt hat, sind sie ein bisschen geflogen, bevor sie wieder gelandet sind. Sie hatten diese schweren NiCad- Akkus, kennen Sie die noch? Man musste sie ungefähr 24 Stunden laden und hatte dann etwa 30 Minuten Fahrspaß, aber das war dann richtig Spaß. So sah mein erstes Fahrerlebnis aus.“ Bevor er auf die Welt kam, fuhren seine Eltern einen MG Sportwagen. Nachdem er gleich auf Anhieb seinen Führerschein bestanden hatte, war sein erstes Auto ein altes Mini-Modell, das er sich mit seiner Mutter teilte. Weniger gerne spricht er über einen Mitsubishi Colt, den er von seiner Großmutter geerbt hatte, und einen Mazda MX-5, das einzige Auto, das er sich von seinem eigenen Geld gekauft hat. „Es war ein gebrauchtes kleines Soft Top Cabrio, eine Friseurkutsche“, lächelt er. „Es hat Spaß gemacht, aber ich wurde oft aufgezogen und bin es nur selten gefahren. Dann kam Jaguar in mein Leben, und das Fahrerlebnis steigerte sich gewaltig. Es ist ein bisschen wie mit meiner Karriere. Ich war schon lange Autofahrer und an die Straße und den Umgang mit einem Fahrzeug gewöhnt, aber plötzlich in einem Jaguar zu sitzen, das fühlte sich an wie eine dieser unglaublichen Rollen, die ich spiele. Es gibt eine Parallele. Es war ein Quantensprung.“ DYNAMIC j 67