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Jaguar Magazine DESIGN – German

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Im Mittelpunkt der Jaguar Magazine Ausgabe 01-2016 steht DESIGN: Das Themenspektrum reicht von einem formvollendeten Jaguar über innovative Architektur bis hin zu kunstvollen Produkten, die von der Natur inspiriert wurden.

CULTURE Designstars

CULTURE Designstars ARCHITEKTONISCHE VISIONÄRE, PRODUKTDESIGNER, DIGITALE UND GRAFISCHE GENIES DAS J-MAGAZINE STELLT IHNEN SIEBEN MENSCHEN VOR, DIE AUF ORIGINELLE WEISE DIE WELT VERÄNDERN TEXT: Johnny Tucker DER INDOOR-EXPERTE: LEE BROOM Lee Broom ist ein wahrer Wirbelwind, wenn er in seinem Atelier im Londoner Ortsteil Shoreditch neue Kreationen ersinnt und produziert. Ein gutes Beispiel, wozu der Mann fähig ist: Als sich alle Welt mit ein paar neuen Produkten in die größte jährlich stattfindende Designschau in Mailand schickte, kaufte Broom stattdessen mehrere Läden auf, legte sie zusammen und präsentierte im „The Department Store“ mit hauseigenem Taxiparkplatz und Portier in Uniform gleich 20 neue Designs. Sein Durchhaltevermögen, wenn er ein neues Produkt entwickelt, ist höchst erstaunlich. Für eine Ummantelung aus Carrara-Marmor für eine Neonröhre (die er passenderweise „Tube“ getauft hat, also „Röhre“) benötigte der Hersteller Monate an Arbeit und mehrere Ladungen Marmorfragmente, bis genau das herausgekommen war, was Broom vor seinem inneren Auge gesehen hatte. Die meisten hätten vermutlich längst aufgegeben. Aus ästhetischer Sicht erkennt man in seinen Arbeiten immer wieder Reminiszenzen an die 80er Jahre, etwa in Form oder Farbe, aber auch in den Materialien und ihrer stillen, eleganten Schlichtheit: neben der eben genannten Marmorröhre vor allem seine berühmten Designs aus Kristallglas, Lampenschirme aus alten Dekantiergefäßen und Glühbirnen, die faszinierende Schatten in kristallinen Formen werfen. Oben: Ein Broom par excellence: eine Glühbirne aus Kristall mit spektakulärem Schattenwurf. Rechts: Lee Broom mit seinen Halbmondleuchten. Unten: Innenausstattung des Restaurants Old Tom & English in Soho 44 j DESIGN

DAS STAR-DUO: NERI & HU Oben links und rechts: Das Waterhouse At South Bund, Shanghai. Oben: Der Stuhl Together für Fritz Hansen SIn Shanghai frönen Lyndon Neri und Rossana Hu der Grenzenlosigkeit, sie kreieren alles von kleineren Möbelstücken die sie in ihren eigenen Design Republic-Läden zeigen bis zu Architektur. Ihre Reise begann im kalifornischen Berkeley, von wo aus es sie immer weiter nach Osten führte, zunächst nach Harvard und Princeton und dann über die großen Architekturbüros an der Ostküste nach Shanghai, wo sie 2004 neri&hu gründeten. Von diesem „Zentrum des zeitgenössischen Chaos“, wie sie es selbst nennen, schauen sie auf die Welt und realisieren Projekte auf den Philippinen ebenso wie in London, wo sie gerade ein zweites Büro eröffnet haben. Ihr Architekturkatalog könnte breiter kaum sein: Sie haben nicht nur das Oxford International College in Changzhou (China) entworfen, sondern auch ganze Retail Parks und sogar einen Friedhof. Den größten Beifall indes erhielten sie für ihre Hoteldesigns, allen voran für das Waterhouse in Shanghai, für das sie ein altes Lagerhaus bis aufs Skelett entkernt haben. Das Hauptfoyer, das man durch hohe rostige Stahltüren betritt, ist ein riesiger, nahezu leerer Raum, drei Stockwerke hoch, dessen massiv-betonener Empfangstresen kühle Eleganz verströmt. Die Projekte von Neri & Hu zeichnen sich allesamt durch eine bestechende Balance aus Detailreichtum, Form und sorgfältige Materialwahl aus DESIGN j 45