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Jaguar Magazine DESIGN – German

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Im Mittelpunkt der Jaguar Magazine Ausgabe 01-2016 steht DESIGN: Das Themenspektrum reicht von einem formvollendeten Jaguar über innovative Architektur bis hin zu kunstvollen Produkten, die von der Natur inspiriert wurden.

TRAVEL EINE FLUT VON

TRAVEL EINE FLUT VON KUNST Oben: Hauptfokus des 2013 eröffneten Pérez Art Museum Miami ebenfalls von Herzog & de Meuron erbaut ist zeitgenössische Kunst aus Amerika, Europa und Afrika. Unten: Brandi Reddick, Kuratorin von Miami-Dade County Art in Public Places, hat die Kunst in der Stadt weit vorangebracht dynamisches Erlebnis aus Kunst, Design, Natur, Technologie und Dienstleistungen zu ermöglichen“, sagt Faena. Worte wie „Luxus“ oder „Bauunternehmer“ wollen ihm nicht über die Lippen kommen, er begreift sich eher als eine Art urbaner Theaterintendant, wobei die Öffentlichkeit zugleich Zuschauer und Darsteller ist. „Faena ist als ein Universum, eine Bühne konzipiert, auf der jeder Raum seinen genau austarierten Platz in einer Choreografie aus ineinanderfließenden Träumen und Handlungen einnimmt“, erläutert er weiter. Ein gutes Beispiel für diese raffinierte Theatralität sind die Hotelgärten, in denen Damien Hirsts riesiges Werk Gone but not forgotten thront, ein Glaskasten mit dem rekonstruierten und mit Blattgold überzogenen Skelett eines echten Mammuts. Es mag übertrieben klingen, nach palmengesättigter Hybris, aber wenn man dieses tote Mammut „leibhaftig“ erlebt, scheint es Miami auf bizarr-perfekte Weise zu symbolisieren, ohne dabei herablassend zu wirken. Es ist schön, es ist moderne Kunst und es ehrt den Glanz vergangener Tage. Die Gästezimmer und Suiten des Hotels hat der australische Regisseur Baz Luhrmann zusammen mit seiner Frau, der Szenen- und Kostümbildnerin Catherine Martin, ausgestattet. Allerdings herrscht eine maßvolle Balance. Stellte 40 j DESIGN

„ES GIBT VIEL KUNST IM ÖFFENT- LICHEN RAUM, ABER AUCH DAS GROSSE GELD UND DAS GESCHÄFTSMÄSSIGE. UND MAN FÖRDERT NEUE TALENTE, VIERTEL UND COMMUNITYS“ man sich das Hotel an der Westküste vor, würde man es womöglich für pompös halten, doch hier in Miami spielt ein gewisses europäisches und südamerikanisches Feingefühl mit hinein, das alles aufdringlich Dekorative auf das rechte Maß abmildert. Das gilt auch für die Hotellobby, die „die Kathedrale“ getauft wurde und auf breiten Wandgemälden von Juan Gatti acht Tugenden darstellt, Gnosis, Pax, Amor, Energos. Wie eine Lobby sieht diese Empfangshalle nun ganz und gar nicht aus es gibt keinen Empfangstresen, nur einige gepolsterte Sitzbänke in der Mitte , so dass der Gast hier nicht im üblichen geschäftsmäßigen Tumult empfangen wird, mit Rezeption und Concierge, Computern, Papierkram und Gepäckbergen. Auf den ersten Blick denkt man tatsächlich an ein Kunstwerk. Zur Art Basel 2016, die Ende des Jahres stattfinden wird, soll der gesamte Bezirk fertiggestellt sein, und es wird spannend sein zu beobachten, ob sich all die Arbeit und Mühe gelohnt haben werden, wenn die Öffentlichkeit in das neue Viertel strömt und Faena mit Leben füllt. Gleiches lässt sich über viele andere Stadtteile von Miami sagen, etwa den Art Deco District von South Beach, dessen teils denkmalgeschützte Gebäude mit ihren berühmten Pastellfarben und Augenbrauen auf den Dächern den Blick betören. Nur ein paar Häuserblocks südlich des Design District liegt Wynwood, ein lebhaftes Viertel mit niedrigen Häusern, Galerien, Künstlerateliers, Tattooläden und Cafés, das am Wochenende vor Touristen brummt, die der Street Art und Graffiti wegen kommen. Brandi Reddick wartet bereits mit Kribbeln im Bauch auf das nächste große Ding: „Little Haiti/Little River sprudelt gerade über vor Energie. Mehrere Galerien haben neue Räume aufgemacht, wie etwa die Spinello Projects, Gallery Diet, Emerson Dorsch oder das ArtCenter South Florida. Einige der bemerkenswertesten Künstler von Miami haben hier ihre Ateliers: Edouard Duval-Carrié, Carlos Betancourt, Agustina Woodgate, Bhakti Baxter. Und, was noch wichtiger ist, viele Galerien und Künstler haben ihre Immobilien gekauft, was eine wichtige und weitsichtige Investition in die Zukunft ist.“ Vermutlich ist genau dies der Schlüssel zum heutigen Erfolg der Stadt: dass es in Miami gelungen ist, Kunst und Kommerz zusammenzubringen und gleichberechtigt nebeneinanderzustellen. Es gibt sehr viel Kunst im öffentlichen Raum, aber eben auch das große Geld und das Geschäftsmäßige, und man weiß, dass man die in der Stadt heranwachsenden Talente ebenso wie neue Viertel und neue Communitys fördern muss. In dieser Hinsicht ist Miami heute, das kann man nicht anders sagen, State of the Art. UNTERKUNFT FAENA HOTEL MIAMI BEACH Das Faena Hotel, das in einem größeren Gebäudekomplex liegt, ist weit über die Stadtgrenzen von Miami hinaus Gesprächsthema. Mit Kunstwerken von Damien Hirst (unten), einem Cabaret und herausragender Speisekarte will es sich mit den besten Etablissements der Welt messen ALOFT MIAMI BRICKELL Ein schlichtes, aber sehr interessant gestaltetes Hotel nahe der belebten Downtown THE MIAMI BEACH EDITION Ian Schragers Hotel will vor allem junge Leute anziehen, mit einer atemberaubenden Lounge ganz in Weiß, Bowling- und Eislaufbahn, Nachtclub und direktem Zugang zum Strand SEHENSWERTES PÉREZ ART MUSEUM Ein sehr schönes Kunstmuseum, erreichbar mit dem kostenlosen Metromover WYNWOOD Ein Paradies der Street Art mit vielen kleinen Galerien, Künstlerateliers und Cafés LITTLE HAITI / LITTLE RIVER Das vermutlich nächste „In“-Viertel mit interessanten Künstlern, großen neuen Galerien und Ateliers ESSEN UND TRINKEN MICHAEL’S GENUINE FOOD & DRINK Erstklassige Speisen mit frischen Produkten aus der Umgebung DESIGN j 41