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Jaguar Magazine DESIGN – German

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Im Mittelpunkt der Jaguar Magazine Ausgabe 01-2016 steht DESIGN: Das Themenspektrum reicht von einem formvollendeten Jaguar über innovative Architektur bis hin zu kunstvollen Produkten, die von der Natur inspiriert wurden.

PEOPLE INNEN- ANSICHT

PEOPLE INNEN- ANSICHT DAVE WALKER, 51 Position: Leitender Ingenieur, Fahrzeugkonzept und Exterior-Design Freizeitbeschäftigung: Ich gehe gern mit meinen beiden Söhnen wandern und zelten. Außerdem mag ich Videospiele, mein Lieblingsspiel ist Team Fortress 2 Manche meinen, bei Auto- Ingenieuren dreht sich alles nur um Zahlen und die physikalische Umsetzbarkeit, aber die Grundlage dafür ist, dass man genau versteht, was ein Auto sein und ausdrücken soll. Sonst baut man einfach nur ein rein logisches, emotionsloses Gefährt. Dann ist es kein Jaguar mehr. Der Kofferraum im F-PACE ist vielleicht ein gutes Beispiel. Jemand, der durch und durch Ingenieur ist, würde wahrscheinlich versuchen, an allen Ecken und Enden Volumen herauszuquetschen, wodurch der Kofferraum am Ende völlig seine Form verlieren würde. Wir versuchen im Gegenteil, ihm klare Linien zu verpassen und ihn möglichst praktikabel zu gestalten. Dadurch gewinnt man den Eindruck, dass sich auch große Gegenstände sehr leicht verstauen lassen. Gut, vielleicht verliert man hier und da einen halben Liter an Volumen, aber das Ergebnis ist trotzdem um Längen besser. Auch an der Fahrposition haben wir lange gearbeitet. Zum Beispiel haben wir die Nase des Vordersitzes leicht angehoben und den hinteren Teil um etwa zwei Grad weiter abgesenkt, als wir es normalerweise tun. Das klingt erst mal nicht viel, aber es verändert das Fahrgefühl. Wir haben Dynamikexperten in Fahrzeuge mit zwei Alternativen gesetzt, und sie waren von der Änderung absolut begeistert. Es gab noch ein paar andere Anpassungen, das Entscheidende ist aber, dass die Knieposition jetzt ein bisschen höher ist, ähnlich wie in einem Sportwagen. Und dann denkt man als Fahrer auch in dieser Kategorie. Wir haben sogar den Hund eines Ingenieurs digital abgemessen Roly, ein Golden Retriever , um herauszufinden, wie gut Hunde ein- und aussteigen können. Dazu haben wir Roly im Stehen und im Sitzen gemessen, denn man glaubt es kaum, Hunde sind im Sitzen tatsächlich größer. MANCHE MEINEN, BEI INGENIEUREN DREHT SICH ALLES NUR UM ZAHLEN, ABER UM EIN AUTO ZU BAUEN MUSS MAN GENAU VERSTEHEN, WAS DAS AUTO SEIN SOLL DAVE WALKER, LEITENDER INGENIEUR, FAHRZEUGKONZEPT UND AUSSENDESIGN 22 j DESIGN

DER INFOTAINMENT-GURU Alister Whelan und Dave Walker sprechen im Designzentrum über die Innenausstattung ALISTER WHELAN, 40 Position: Leiter Interior-Design Freizeitbeschäftigung: Ich habe eine kleine Fuji X-T1 mit Magnesiumgehäuse. Es ist zwar nur eine Kompaktkamera, aber mit vielen verschiedenen Linsen, und sie hat meine Leidenschaft fürs Fotografieren wiedererweckt. Ich mache vor allem viele Bilder von meiner kleinen Tochter Der Raum, den wir im Inneren eines Autos kreieren, ist für die Designer genauso wichtig wie für die Karosserieentwickler. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen der metrischen Analyse und der wahrgenommenen Qualität, Geräumigkeit und Praktikabilität zu finden. Besonders schön am F-PACE fand ich, dass es uns gelungen ist, dieses sportliche Fahrgefühl zu bewahren. Wir hatten bis dahin noch nie ein derart praktisches Auto gebaut und wussten, dass unsere Kunden die hohe, kommandomäßige Sitzposition in SUVs besonders schätzen, wollten aber, dass sich der Wagen nach wie vor wie ein Jaguar anfühlt. Deshalb haben wir diese Streben an der Mittelkonsole angebracht und die „Riva Hoop“-Linie am unteren Rand der Windschutzscheibe und der Schulterlinie der Tür nach unten versetzt, so dass man das Gefühl hat, tatsächlich im und nicht auf dem Auto zu sitzen. PETER VIRK, 37 Position: Leiter Connected Technologies & Apps Freizeitbeschäftigung: Mein Beruf ist gleichzeitig mein Hobby. Am liebsten mache ich Experimente mit meinem vernetzten Haus. Um den Kopf freizukriegen, fahre ich Rad, da habe ich dann auch Zeit zum Nachdenken. Und natürlich verbringe ich viel Zeit mit meinen beiden Jungs Vor drei Jahren gab es die Abteilung, die ich leite, noch gar nicht. Da sich die Konsumwelt aber permanent verändert, mussten wir auch entsprechende neue Technologien in unsere Autos integrieren. Inzwischen haben wir allein 28 Mitar- beiter für Apps und insgesamt 400-500 Leute für den Bereich Infotainment. Mein Team ist für die Benutzererfahrung zuständig, die sogenannten InControl- Apps, die auf dem Handy des Fahrers laufen und auf die Windschutzscheibe projiziert werden (HTML5-basierte Apps). Der zentrale Infotainment-Bildschirm ist von sieben auf 10,2 Zoll gewachsen und muss dementsprechend so gestaltet werden, dass er sich gut ins Fahrzeug integriert. Das ist die Hardware. Anschließend sehen wir uns zusammen mit dem Designteam an, wie wir die Grafik in einen guten Fluss mit der Innenausstattung bringen können. Der Bildschirm ist inzwischen viel mehr als nur ein Navi, Sie können damit Radio hören und fernsehen, er informiert Sie über das Wetter und liest Ihnen während der Fahrt die neusten Nachrichten vor und das alles, ohne Sie vom Fahren abzulenken. Besonders wichtig war uns, ein Hybridsystem zu entwickeln, da es während der Fahrt manchmal passieren kann, dass die Verbindung abbricht. Deswegen wollten wir ein System, das man on- und offline benutzen kann. Zum Beispiel kann das System den Fahrer aktiv fragen, ob er einen bestimmten Song von seinem Smartphone oder Spotify hören will, und ihn dann vorsorglich einspeisen. Beim Navi können die gesamten Daten des Fahrers in den Cachespeicher über tragen werden, um sie jederzeit verfügbar zu haben. DESIGN j 23