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Jaguar Magazine BLOCKBUSTER – Austrian

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Im Fokus der Jaguar Magazine Ausgabe 02-2015: Kassenschlager aller Art. Unter anderem sprachen wir mit Tom Hiddleston, dem Star vieler Hollywood-Blockbuster (Avengers, Thor) und Gesicht der neuesten Werbekampagne von Jaguar. Mehr als ein Nebendarsteller – wir verraten welche Jaguar-Modelle in welchen Filmen eine Rolle spielen. Außerdem stellen wir in zwei exklusiven Fotoshootings den revolutionären F-PACE und die neue Familie der Jaguar-Limousinen vor.

TRAVEL permanent. Hier

TRAVEL permanent. Hier findet ein kontinuierlicher starker Dialog zwischen der einheimischen Shanghaier Kultur und den fremden Kulturen der Expats statt.“ Wie Xu richtig anmerkt, spiegelt die ausländische Gemeinde ein 800 Jahre altes Erbe des internationalen Handels in und um Shanghai wider es reicht von Marco Polo im 13. Jahrhundert über die europäische Kolonialzeit bis zur großen Eröffnung eines neuen Apple Stores. Sie werden „Nagelhäuser“ genannt, weil ihre Bewohner einem Abriss nicht zustimmen wollen, aber letztendlich weichen auch sie den Neubauten. Die Straßen, in denen früher das Leben brummte, werden in Bürohäuser verwandelt, in Einkaufszentren und in Apartmentanlagen mit Hotelservice. Es ist sinnlos, die Veränderungen zu beklagen, denn Veränderung ist der Treibstoff von Chinas Motor, und Chinas Motor hilft dabei, die moderne Welt am Laufen zu halten. Man kann das Ende der örtlichen Gemeinschaften betrauern, aber für viele Familien, die in der Altstadt wohnten, ist der Zwangsumzug eine Chance zum sozialen Aufstieg einige der alten Holzhäuser haben noch nicht einmal eine Innentoilette. Ein alltäglicher Anblick auf diesen Straßen ist ein hervorragendes Beispiel für das Push-Pull-Prinzip, bei dem das traditionelle Leben in Shanghai auf die Gluthitze der Modernität trifft: Ein 90.000 Dollar Auto parkt vor einer Imbissbude, und auf dem Gehsteig hockt der Besitzer auf einem Plastikschemel und isst eine Schüssel Nudelsuppe mit Rindfleisch für 3 Dollar. Wenn Sie weiter durch die Altstadt gehen, kommen Sie bald in das berühmteste Viertel Shanghais die Französische Konzession eine koloniale Enklave, die zwischen 1849 und 1943 von Frankreich kontrolliert wurde. Wenn Sie durch die von Bäumen gesäumten Straßen spazieren, könnten Sie schwören, Sie befänden sich in einem Pariser Arrondissement, mit alten Villen, Cafés und Boulangerien und vielen Franzosen. Hier finden Sie Boutiquen, Bars und Kunst galerien, darunter Leo Xu Projects, eine international gefeierte Galerie, die der Shanghaier Leo Xu betreibt. „Die Französische Konzession hat ein reiches kulturelles und architektonisches Erbe, und das Leben hier ist sehr gemütlich und angenehm“, erklärt er. „Lifestyle bedeutet hier Kurzweil, Nachtleben und Kunst.“ Das Viertel ist ein Synonym für Shanghais Vergangenheit, und auch wenn man denkt, dass alles Alte nichts mehr gilt und dem Erdboden gleichgemacht wird, bleibt die Französische Konzession das geschützte kulturelle Herz der Stadt: „In Shanghai dreht sich alles um Fusionen und Neuerfindungen. Die kulturelle Landschaft verwandelt sich Das Bemerkenswerteste an Shanghai ist seine rasante Geschwindigkeit. Fährt man eine Woche weg, wird man bei seiner Rückkehr von neuen Straßen und Geschäften begrüßt. Es erinnert an die Städtebau-Simulation SimCity in Cheater-Geschwindigkeit. Auch soziale Veränderungen vollziehen sich rasant, für jeden Beobachter ist es ein kulturgeschichtlich faszinierender Ort. Es gibt unzählige Beispiele: Vor vier Jahren existierte kaum ein unabhängiger Laden, in dem Wein verkauft wurde auch wenn Wein problemlos in Supermärkten und in Restaurants erhältlich war. Dann schossen plötzlich überall unabhängige Vinotheken und Bars aus dem Boden. Als die aufsteigende Mittelklasse ihre Liebe zu Wein entdeckte, kauften chinesische Unternehmen Weingüter, und auch die Zwischenhändler importierten mehr, so dass China mittlerweile der weltgrößte Markt für Rotwein und Cognac ist. Ähnliche gesellschaftliche Verschiebungen gab es bei importiertem Bier und Kaffee man rückte vom traditionellen Tee ab. Außerdem ist eine Tendenz zum unauffälligen Luxus zu bemerken (China ist heute der zweitgrößte Luxusmarkt der Welt). Es werden weniger Handtaschen mit Monogrammen verkauft, da sich die Mode weniger um ein Logo als um die nuancierte Designphilosophie jedes Labels dreht man sieht weniger Chanel und Gucci und mehr Balenciaga und Margiela als vor fünf Jahren. Ein Teil der Stadtkultur, der sich nicht verändert hat, ist die Jazzszene. Der Amerikaner Brian McKay lebt seit zehn Jahren hier und eröffnete letzten Dezember den hoch angesehenen Jazzclub Heyday. „In den 1930ern war Shanghai eine sehr internationale Stadt. Es war ein Ort, an dem sich der Osten und der Westen trafen, wo es Eleganz und Glamour gab. Es war eine Zeit, die von Wachstum und Gelegenheiten geprägt war“, stellt er fest und gibt zu, dass er genauso gut über die Stadt im Jahr 2015 reden könnte. Plus ça change ... wie man in der Französischen Konzession hören könnte je mehr sich verändert, desto mehr bleibt gleich. Shanghai mag sich rasend schnell verändern, aber es ist eine Stadt, die sich ihrer historischen Rolle und ihrer Wichtigkeit als kultureller Treffpunkt sehr wohl bewusst ist. Man könnte sagen: Wenn London die Hauptstadt der Swinging Sixties war und New York die der Achtziger, dann ist Shanghai wohl die Welthauptstadt von heute. Gleichzeitig wächst die Rolle, die das Reich der Mitte für den Erfolg unserer sich schnell modernisierenden Welt spielt. 40 j BLOCKBUSTER

DIE KULTURELLE LANDSCHAFT VERWANDELT SICH PERMANENT. HIER FINDET EIN KONTINUIERLICHER STARKER DIALOG ZWISCHEN DER EINHEIMISCHEN SHANGHAIER KULTUR UND DEN FREMDEN KULTUREN DER EXPATS STATT HOHE TÜRME, LANGE NÄCHTE Linke Seite, oben: Der Stadt fehlt es nicht an markanten Gebäuden, vom SWFC-„Flaschenöffner“ mit 101 Stockwerken (links) zum neuesten 121-stöckigen Shanghai- Tower (rechts). Diese Seite: Die Metropole bei Nacht THE BLOCKBUSTER BLOCKBUSTER ISSUE j 41