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Bosch eBike Systems Magazin 2018

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In Zusammenarbeit mit dem Redaktionsbüro Neue Magazin Kultur und der Agentur 2issue verpasste unser Team dem Magazin von BOSCH eBike Systems ein neues Design.

Sicherheit geht vor: das

Sicherheit geht vor: das ABS-System im Überblick Mit dem ABS von Bosch reduziert sich für den eBiker die Gefahr, sich beim Bremsen zu überschlagen oder wegzurutschen. Das ABS besteht aus der Kontrolleinheit (1), einer separaten Kontrollleuchte (2), den Radgeschwindigkeitssensoren (3) und wird mit der von Magura neu entwickelten Bremse CMe ABS (4/5) kombiniert. Das Set wiegt circa 800 Gramm. Das Antiblockiersystem aktiviert sich, sobald sechs Stundenkilometer erreicht sind. 1 ABS-Kontrolleinheit (mit Gehäuse) 2 4 2 ABS-Kontrollleuchte 1 3 ABS-Radgeschwindigkeitssensoren 4 Magura-Bremshebel 5 3 5 3 Magura-ABS- Sensorscheibe mit Bremsscheibe 5 42

Voraus denken Das Bosch eBike ABS ist eine technische Neuerung, die eBiken noch sicherer macht Es sind Momente, die einem die Schweißperlen auf die Stirn treiben: Man muss auf Schotter oder rutschigem Untergrund plötzlich bremsen, das Vorderrad rutscht weg. Oder es kommt zu abrupten Bremsmanövern auf griffigem Asphalt, bei denen das Hinterrad abhebt und sich der Fahrer überschlägt. Bosch eBike Systems hat nun eine Lösung entwickelt, die diese Risiken reduziert. Fast 6.000 Fahrradunfälle in Deutschland hat die Bosch-Unfallforschung in zwei Studien untersucht. Zentrale Erkenntnis: Mit dem richtigen Bremsverhalten ließen sich bis zu 25 Prozent der Unfälle vermeiden oder deren Folgen mindern. Auch die Anzahl der Unfälle mit schweren Verletzungen wäre geringer. Eine weitere Erkenntnis: Bei jedem fünften der untersuchten Fahrradunfälle erfolgte der Sturz schon vor der eigentlichen Kollision. Viele dieser Stürze sind Folge von falschem oder fehlendem Bremsverhalten. Abhilfe schaffen könnte der flächendeckende Einsatz einer technischen Revolution: das erste serienreife Antiblockiersystem für eBikes. Denn mit der Neuentwicklung ist es beim Pedelec möglich, das Blockieren des Vorderrads zu verhindern und das Abheben des Hinterrads zu begrenzen. Verfügbar ist das Bosch eBike ABS ab Herbst 2017 zunächst für ausgewählte Flottenpartner, die Einführung im Handel an Trekking- und City-eBikes mit Bosch-Antriebssystem erfolgt ab Herbst 2018. „Die Einführung eines solchen Systems kann die Sicherheit im Verkehr nachhaltig verbessern“, ist Claus Fleischer, Geschäftsleiter von Bosch eBike Systems, überzeugt (siehe Interview auf Seite 44). Bei der Entwicklung dieser effizienten Neuerung setzte Bosch auf Erfahrungen und Know-how innerhalb des Konzerns: Ende der 70er-Jahre brachte das Unternehmen das erste voll funktionsfähige ABS für Autos auf den Markt, seit 1995 fertigt Bosch Antiblockiersysteme für Motorräder. Jetzt folgt das System für eBikes, bei dem Elemente des Motorrad-ABS übernommen werden konnten – angepasst an das spezielle Fahr- und Bremsverhalten von Pedelecs. Mit dabei als Partner ist der Bremsenhersteller Magura. Die Prüfgesellschaft Dekra hat die Entwicklung von Anfang an begleitet und begutachtet. Sie geht davon aus, dass sich mit dem ABS ein deutlicher Sicherheitsgewinn gegenüber konventionellen Fahrradbremsen erzielen lässt. Einer, der ebenfalls viel Erfahrung mit der Analyse von Fahrradunfällen hat, ist Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Seiner Einschätzung nach gibt es bei Pedelecs „auffällig viele Unfälle im Gefälle, was darauf hindeuten könnte, dass die Bremsen nicht richtig bedient wurden“. Über den Nutzen eines Antiblockiersystems für eBiker sagt er: „Grundsätzlich gilt, dass das Vorderrad die größte Bremsleistung der beiden Räder übertragen kann. Die meisten trauen sich aber nicht, hier voll zuzupacken, aus Angst, das Vorderrad zu überbremsen und damit zu stürzen. Wer also ABS optimal einsetzt, wird, je nach Geschwindigkeit, einige Meter eher zum Stehen kommen.“ Beim Bosch-ABS überwachen hochauflösende Sensoren an den Rädern die Geschwindigkeit und erkennen in Windeseile ein Blockieren der Räder. Sobald das Vorderrad zu blockieren droht, etwa bei einem zu starken Zug der Bremsen auf rutschigem Untergrund, regelt das unter dem Lenker verbaute Steuergerät den optimalen Bremsdruck innerhalb von Millisekunden. Der Fahrer behält die Kontrolle über sein eBike. Stellen die Sensoren wiederum fest, dass das Hinterrad abhebt, regelt die ABS-Kontrolleinheit kurzzeitig den Bremsdruck am Vorderrad, das Hinterrad sinkt ab und verfügt rasch wieder über Bodenkontakt. „Auf diese Weise verringert sich das Risiko, dass sich der eBiker überschlägt“, sagt Fleischer. Der Bedarf für sicherheitsrelevante Produkte ist da. Jahr für Jahr steigen mehr Menschen aufs 43