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Bosch eBike Systems Magazin 2018

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In Zusammenarbeit mit dem Redaktionsbüro Neue Magazin Kultur und der Agentur 2issue verpasste unser Team dem Magazin von BOSCH eBike Systems ein neues Design.

Fernab der Zivilisation:

Fernab der Zivilisation: Die Höhentour in Chile führt über felsiges Gelände und Ebenen dem Vulkan entgegen – Zeltplätze inklusive Der Berliner Mike Fuchs ist ein Mann mit viel Mut. Ein Fotograf und Abenteurer, der ein Faible für Schnee und Eis hat. Am Polarkreis war er schon oder beim Campen bei minus 45 Grad. Und weltweit auf einigen hohen Bergen, darunter auch auf dem 7.134 Meter hohen Pik Lenin in Kirgistan und dem Denali in Alaska. Meistens ist er zu Fuß unterwegs oder mit dem Schlitten. Bereits 2014 bekam er Lust auf eine eBike- Expedition. „Die Höhe fand ich dabei von Anfang an spannender als die Distanz“, sagt Fuchs heute. Ein Freund erzählte ihm von diesem Vulkan in Chile. Er steht in der Atacama-Wüste und ist mit 6.893 Metern der höchste Vulkan der Erde. Bis weit nach oben sei dieser Berg namens Nevado Ojos del Salado, was übersetzt „Schneeberg der Salzaugen“ bedeutet, sogar mit dem Allradauto passierbar. Warum also nicht mit dem eMountainbike? Trotz zweier Versuche hatte bis dahin kein Mensch diesen Gipfel mit dem Fahrrad bezwungen. Initiator und Expeditionsleiter Fuchs stellt sich ein ungewöhnliches Team zusammen: Sportwissenschaftler Sebastian Gerl, Handwerksmeister und Typ-1-Diabetiker Pitt Schmidt und als Begleiter den Diabetologen Jörg von Hübbenet. Zunächst trainieren sie auf den Hängen des Schwarzwalds. Die eMountainbikes haben extradicke Reifen, eine verstärkte Vordergabel und einen drehmomentstarken Performance CX Motor von Bosch eBike Systems, dazu die DualBattery-Technologie, ebenfalls von Bosch, mit einer maximalen Kapazität von 1.000 Wattstunden – also zwei kombinierte PowerPack 500 Akkus. „Es geht immer um die perfekte Symbiose von Mensch und Technik“, sagt Fuchs vor Tourbeginn. „Dank Forschung und Fortschritt in der Mobilität wollen wir das schier Unmögliche schaffen.“ Anfang 2017 machte sich das Quartett auf den Weg. Elf Tage akklimatisieren hoch oben in den Bergen, dann an die chilenische Westküste und von dort am 13. Januar wieder landeinwärts. 360 Kilometer, erst auf asphaltierten Straßen, dann auf Schotterpisten und steilen Bergpfaden. Herausforderungen gibt es unterwegs jede Menge: das Wechselspiel von Hitze und Kälte, die Passage durch eine trockene Wüste, die ansonsten auch schon mal als Gelände für die Rallye Dakar dient. Abschnitte, auf denen die Fahrbahn aus Wellblech ist, und bis zu 4.500 Meter hohe Gebirgspässe, Wasserknappheit und noch dazu ein Begleitwagen, der auf 5.200 Metern Höhe wegen technischer Mängel auf der Strecke bleibt. Und zwischendurch Gewitter mit Hagel und Graupel und eiskalte Nächte im Zelt oder unter freiem Himmel. „Ich denke, unsere Expedition hat exemplarisch gezeigt, wozu eBikes in der Lage sind“, wird Mike Fuchs später erzählen. „Das Highlight für uns als Team war, dass man so ,einfach‘ in mehr als 5.000 Metern Höhe umherfahren kann. Auch starke Steigungen haben uns nicht eingeschüchtert.“ Bis zu 130 Kilometer und 2.500 Höhenmeter am Tag radeln drei von ihnen mit elektrischem Rückenwind ihrem Ziel entgegen, der vierte Mann fährt als Arzt im Auto mit. Je näher sie dem Fuß des Ojos del Salado kommen, desto unwirtlicher wird die Landschaft der Anden. Eine karge Hochebene in allen erdenklichen Erdtönen. Im Umkreis von 280 Kilometern gibt es hier keine wirkliche Zivilisation, von anderen Radfahrern ganz zu schweigen. Ausgerechnet am höchsten Lager des Vulkans, 6.000 Meter über dem Meer, beginnt es dann, kräftig zu schneien. Fuchs und Gerl helfen einem Bergsteiger, der von dem Schneefall mitten im südamerikanischen Sommer überrascht wurde, und bringen ihn ins Lager. 32

Abenteuer erleben „Mein Ziel ist es, Menschen zu bewegen – nicht nur wortwörtlich auf dem Fahrrad, sondern auch emotional“, sagt Expeditionsleiter Fuchs Und dann endlich der Gipfeltag. Jetzt oder nie. Anfangs scheint noch die Sonne, aber trotzdem geht es nur mühsam voran. Gegen Mittag ziehen erneut dunkle Wolken auf. Drei entgegenkommende Bergsteiger berichten, dass auf 6.600 Meter Höhe wegen der Schneemassen kein Durchkommen sei. „Da ist uns allmählich bewusst geworden, dass wir nicht raufkommen“, erzählt Fuchs. Nach langem Überlegen entscheiden sich die Männer zu Abbruch und Talfahrt, auf immerhin 6.250 Metern – Gipfelfotos inklusive. Glücklich sind sie trotzdem. Auch, weil Bikes und Material tatsächlich alles mitgemacht haben. Der mutige Fotograf und Abenteurer Fuchs plant bereits eine neue eBike-Expedition. Dieses Mal in die Antarktis, in die Kälte. „Die Höhe fand ich von Anfang an spannender als die Distanz. Wir wollten das schier Unmögliche schaffen.“ CHILE Mike Fuchs CHILE Der eBike-Ritt auf den Vulkan Caldera Ojos del Salado 200 km 100 km Immer nur bergauf Mehr als 400 Kilometer Strecke auf mehr als 6.000 Meter Höhe. 6.000 m Endpunkt der Expedition 4.000 m Distanz: ca. 400 km Höhenmeter: 6.250 m 2.000 m 0 m Caldera – Pazifikküste Laguna Verde Refugio Atacama Refugio Tejos Ojos del Salado Weltrekord: Kein Mensch ist mit dem eBike höher gekommen als Sebastian Gerl, Mike Fuchs und Pitt Schmidt (v.l.) 33