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Bosch eBike Systems Magazin 2018

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In Zusammenarbeit mit dem Redaktionsbüro Neue Magazin Kultur und der Agentur 2issue verpasste unser Team dem Magazin von BOSCH eBike Systems ein neues Design.

Wo rollen die meisten

Wo rollen die meisten Räder? Mit welchen Verkehrsmitteln bewegen sich Menschen am liebsten in ihren Städten? Und welchen Anteil hat das Rad? 13 % 13 % Berlin Frankfurt 34 % 12 % Komfortables Pendeln an der Hamburger Binnenalster, gleich gegenüber vom Hotel Vier Jahreszeiten Freiburg 17 % Leipzig 2 % Lyon 7 % Straßburg Hamburg 12 % Ljubljana 4 % Paris 6 % Wien Quellen: Cyclecities; Greenpeace; Civitas; ECF; Transform Die Idee: durch ein umfassendes Angebot und eine verbesserte Infrastruktur den Radverkehr für Menschen attraktiver machen. Insbesondere auf dem Weg zur Arbeit. Bis 2020 will die Regierung den Radverkehrsanteil auf 15 Prozent (derzeit: zwölf Prozent) steigern. Doch sind die Maßnahmen und ihre Umsetzung ausreichend? Zwar sei mehr Radverkehr politisch gewollt, aber er entwickle sich nicht wie gewünscht, findet beispielsweise der Allgemeine Deutsche Fahrrad- Club (ADFC). Als Vorbild nennt der ADFC die Niederlande, die bereits seit den 80er-Jahren das Radfahren massiv fördern und heute auf einen Radverkehrsanteil von 27 Prozent kommen. Gelungen ist das unter anderem durch Zufahrtsbeschränkungen für Autos, höhere Parkgebühren und vor allem mit Hilfe durchgängiger Radwegenetze. Hinzu kommen zurzeit immer mehr Ladestationen und sichere Abstellmöglichkeiten. Eine Studie zeigt: Auch in Deutschland könnten die meisten Autopendler umsteigen. Denn 82 Prozent der Pendler hierzulande haben einen Arbeitsweg von weniger als 25 Kilometern, jeder zweite deutsche Pendler fährt sogar weniger als zehn Kilometer zur Arbeit. Allesamt Strecken, die insbesondere mit dem eBike problemlos machbar sind. Wichtig für radelnde Pendler sind Wege, die genügend Sicherheit bieten und attraktiv sind. Beispielsweise sogenannte Protected Bike Lanes, also breite Radwege entlang den Hauptverkehrsachsen, physisch vom Autoverkehr getrennt und 10

Stadt entdecken Boris Palmer ist Tübingens Oberbürgermeister und „Deutschlands fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2015“ „Konkurrenzfähig zum Auto“ Gleichauf mit elektrischem Rückenwind: auf der Kornhausbrücke über den Zollkanal zur Speicherstadt ausschließlich für Radfahrer. Ist all das größtenteils gegeben, kommt die Motivation, auf Zweiräder wie das eBike umzusteigen, wie von selbst, erzählt Informatikerin Julia aus London: „Ich mache das allein schon aus praktischen Gründen. Damit ich mich bewege und um Kosten zu sparen. Die U-Bahn ist teuer hier“, erklärt die Anfang 40-Jährige. Außer dem sei es „eine gute Methode, den Tag zu unterbrechen. Mit dem eBike komme ich morgens zufriedener zur Arbeit und abends irgendwie entspannter nach Hause.“ Es geht also nicht nur um Zeit und Geld, sondern auch um Lebensqualität und Gesundheit: Denn im Durchschnitt verbringt jeder Erwachsene 11,5 Stunden täglich im Sitzen. Insbesondere bei Beschäftigten im Büro kommt die Bewegung oft zu kurz (siehe Interview auf Seite 56). Pedelecs eignen sich perfekt für Pendler, die quasi nebenbei ihre Ausdauer und Fitness trainieren möchten. Darüber hinaus tut aber jeder, der sich, anstatt in den Pkw zu steigen, aufs eBike setzt, nicht nur sich, sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Legt man einen durchschnittlichen Benzinverbrauch von acht Litern pro 100 Kilometer bei allen Pendlerautos in Deutschland zugrunde, ergibt dies einen Verbrauch von beinahe 70 Millionen Litern Benzin pro Tag. Dadurch entstehen 156.000 Tonnen CO 2. Das Pedelec bietet also immenses Einsparpotenzial. Und das wird immer wichtiger. Denn die Stadt als Lebensmittelpunkt, als Ort der Begegnung rückt wieder stärker in den Fokus. Weil wir alle unsere Städte neu entdecken. Ihr Dienstwagen ist ein eBike. Warum? Anfangs habe ich’s mit einem Auto versucht, aber nach zwei Jahren entschieden, es abzuschaffen. Ich habe es durch ein S-Pedelec ersetzt. Es ist im Stadtverkehr am schnellsten, ich bin an der frischen Luft und kann, wenn ich will, dabei sogar Sport machen. Außerdem muss ich in Tübingen, einer Stadt mit sieben Hügeln und 200 Metern Höhenunterschied, auch mit einem Anzug irgendwohin kommen, ohne verschwitzt zu sein. Im Winter weiche ich manchmal auf den Bus aus. Wie viele Kilometer biken Sie denn pro Jahr? 2000 Kilometer mit dem S-Pedelec und bis zu 4000 Kilometer mit einem Rad ohne Antrieb. Als Oberbürgermeister planen Sie ja zurzeit eine „Radverkehrsinfrastruktur“. Das heißt? Die Ausgangslage ist, dass der Radverkehr oft auf die Gehwege geleitet wird oder man sich mit den Autos die Straße teilt und sich unsicher fühlt. Nur zwischendurch gibt es gute Radwege-Abschnitte, aber das ist meistens Stückwerk. Wir wollen, dass es durchgängig sicher und schnell mit dem Fahrrad vorangeht. Dafür brauchen wir Lückenschlüsse. Das sind Brücken oder Tunnel an Flüssen, Bergketten, Eisenbahnlinien oder Bundesstraßen. Mit der Elektrifizierung der Zweiräder lösen wir Luft- und Stauprobleme. Vor zehn Jahren hat Tübingen zugesagt, die CO 2-Emission um 70 Prozent zu reduzieren. Wo sind Sie heute? 25 Prozent haben wir erreicht, deutschlandweit ein guter Wert. Aber das ist nicht genug. Sie sind ein Verfechter des schnellen Pedelecs. Gibt es da einen besonderen Grund? Schauen Sie sich an, wofür das eBike meistens eingesetzt wird: Freizeit. Das hat damit zu tun, dass die Pendeldistanzen gewachsen sind und dass es bei zehn Kilometern mit maximal 25 Stundenkilometern einfach zu lange dauert. Mit dem S-Pedelec sind Sie konkurrenzfähig zum Auto. Außerorts fahren Sie 35 bis 40 Stundenkilometer, Sie müssen keinen Parkplatz suchen und sind mindestens genauso schnell wie mit Ihrem Auto. Das ist es, was wir wirklich brauchen. Pendler vom Auto auf die S-Bahn zu bringen ist teuer und dauert Jahrzehnte. Die S-Pedelecs könnten die Probleme von heute auf morgen lösen. Den Pendelverkehr auf schnelle Fahrräder bringen: Darum geht’s mir! 11